
Wenn Sie ein Fitnessstudio betreiben, verlassen Sie sich bei der Luft vermutlich auf Ihre Lüftungsanlage. Sie läuft, verbrauchte Luft zieht ab, und nach dem Kurs riecht der Raum schnell wieder neutral. Über die Luft während des Trainings sagt das allerdings wenig. Denn in dem Moment, in dem alle Geräte belegt sind und der Kursraum voll ist, entstehen in kurzer Zeit mehr Partikel, als viele Lüftungsanlagen abführen können. Das betrifft Ihre Mitglieder, die dort trainieren, und genauso Ihre Trainerinnen und Trainer, die den ganzen Tag im Raum stehen.
Im Studio wird alles gemessen, nur die Luft nicht
Watt auf dem Ergometer, Puls über den Gurt, Wiederholungen, Auslastung nach Tageszeit, Abschlüsse pro Monat. Für fast jede Größe im Studio gibt es eine Zahl. Etwas wird nicht gemessen: Die Qualität der Luft, die alle Anwesenden gemeinsam benutzen, wird nirgends erfasst. Dabei ist sie die einzige Ressource im Raum, die jeder mehrmals pro Minute in Anspruch nimmt, und sie verändert sich mit jeder Person, die dazukommt.

Woher die Partikel im Trainingsraum kommen
Wer trainiert, atmet tiefer und schneller, meist durch den Mund. Schon tiefes Ausatmen kann die Menge ausgeatmeter Aerosolpartikel nach einer Untersuchung, auf die sich die Eindhovener Forschenden stützen, auf das Vier- bis Sechsfache erhöhen. Aerosolpartikel sind winzige Teilchen, die lange in der Luft schweben, bevor sie absinken. An ihnen können auch Viren und Bakterien haften, die auf diesem Weg durch den Raum transportiert werden.
Aus den Atemwegen stammt allerdings nur ein Teil dessen, was im Raum schwebt. Der Rest wird aufgewirbelt: Staub, der sich vorher abgesetzt hat, Fasern aus Kleidung, Abrieb aus den Gelenken der Trainingsgeräte, Partikel von Haut und Haaren. Frühere Messungen in Fitnessstudios, die die Studie zusammenfasst, fanden die höchsten Feinstaubwerte in intensiven Cardio-Kursen, den höchsten Einzelwert in einer Indoor-Cycling-Stunde. Ruhigere Kurse mit Dehn- und Gleichgewichtsübungen lagen niedriger.
35 Sportler, 30 Minuten, eine überdurchschnittlich gute Lüftungsanlage
Im Juli 2020 bauten Forschende der TU Eindhoven im Hochschulsportzentrum einen Versuch auf, der bis heute eine der genauesten Messreihen zu diesem Thema liefert. 35 Testpersonen trainierten jeweils 30 Minuten am Stück an Cardio- und Kraftgeräten, in einem Raum mit 886 Kubikmetern. Über hundert Sensoren zeichneten auf, was mit der Luft passierte.
Die Lüftungsanlage lief dabei mit dem 4,5-Fachen dessen, was die niederländische Bauordnung mindestens verlangt. Sie hielt trotzdem nicht mit. Über die gesamte halbe Stunde stieg die Aerosolkonzentration in allen gemessenen Größenklassen weiter an, der Kohlendioxidwert verdoppelte sich beinahe.
Sobald das Training endete und der Raum sich leerte, drehte sich das Bild. Dieselbe Lüftungsanlage senkte die Werte zuverlässig ab. Sie war also nicht wirkungslos, nur langsamer als 35 Menschen, die gleichzeitig atmen.
Ein Teil der Erklärung steckt in der Bauweise. In Trainingsräumen sitzen Zuluft und Abluft fast immer unter der Decke, im Testraum in gut fünf Metern Höhe. Die Partikel entstehen mehrere Meter darunter, in Kopfhöhe der Trainierenden. Bis frische Luft dort ankommt, vergeht Zeit, die der Kurs nicht hat.
Zwei Luftreiniger wirkten so stark wie die Lüftungsanlage
In einem weiteren Durchgang blieb die Lüftung aus, dafür liefen zwei mobile Luftreiniger, die PlasmaMade für die Studie bereitgestellt hatte. Sie standen mitten im Trainingsbereich, dort, wo die Partikel entstehen, und arbeiteten mit vier Reinigungsstufen, darunter ein Plasmaelement und eine elektrostatische Stufe.
Das Ergebnis sieht unscheinbar aus und ist trotzdem bemerkenswert. Die Geräte senkten die Partikelkonzentration nach dem Training ähnlich stark wie die Lüftungsanlage, bei einigen Partikelgrößen sogar stärker, obwohl sie zusammen deutlich weniger Luft bewegten. Die Forschenden erklären das mit dem Standort. Die Luftreiniger reinigten die Luft zwischen den Trainierenden, bevor sie sich im ganzen Raum verteilte.
Am wirksamsten ist beides zusammen. Rechnerisch liegt die Aerosolkonzentration mit Lüftungsanlage und Luftreinigern um mehr als 80 Prozent bei größeren und um mehr als 90 Prozent bei kleineren Partikeln niedriger als in einem Raum ohne beides. Die Empfehlung aus Eindhoven lautet deshalb, eine vorhandene Lüftungsanlage nicht teuer aufzurüsten, sondern sie mit professionellen mobilen Luftreinigern zu ergänzen.
Eine Einschränkung gehört dazu. Auch mit laufenden Geräten stieg die Konzentration während des Trainings weiter an, denn solange trainiert wird, entstehen ständig neue Partikel. Und weil Luftreiniger die Luft im Raum reinigen, statt frische Luft von außen hereinzuholen, veränderten sie den Kohlendioxidwert nicht. Für die Praxis heißt das nicht entweder oder, sondern beides: Die Lüftungsanlage sorgt für den Luftaustausch, der Luftreiniger senkt die Partikelmenge dort, wo sie entsteht.
Was sich ohne Investition verbessern lässt, und wo die Grenze liegt
Der erste Blick gilt der eigenen Lüftungsanlage. Lassen Sie prüfen, wie oft sie die Luft tatsächlich austauscht und ob ihre Filter regelmäßig gewartet werden. Die in der Studie zitierten Messungen fanden in Studios mit mechanischer Lüftung und gefilterter Außenluft deutlich weniger Feinstaub als in Studios, die über offene Fenster lüften. Legen Sie außerdem zwischen zwei Kurse zehn Minuten, in denen der leere Raum mit offenen Türen und Fenstern durchlüftet wird. Die Messungen zeigen, dass die Werte ohne Trainierende zuverlässig sinken. Die nächste Gruppe beginnt dann in einem Raum, der sich erholt hat.
Ein einfaches Kohlendioxid-Messgerät im Kursraum macht sichtbar, wann die Luft verbraucht ist. Partikel misst es nicht, es zeigt aber zuverlässig, wie gut der Luftaustausch mit der Belegung Schritt hält. Ihr Team bekommt damit einen objektiven Anlass zum Handeln statt eines Bauchgefühls. Und halten Sie Sprühdesinfektion und stark parfümierte Reiniger sparsam, denn beide erhöhen die Belastung der Raumluft, statt sie zu senken. Diese Maßnahmen kosten nichts und sie wirken. Sie greifen allerdings vor allem dann, wenn der Raum leer ist, also vor dem Kurs, in der Pause und nach dem letzten Teilnehmer. In der halben Stunde dazwischen, in der alle Plätze belegt sind, bleibt die Lücke, die auch in Eindhoven zu sehen war. Genau in dieser Zeit arbeitet ein Luftreiniger im Raum weiter.
Der PlasmaMade AirCleaner arbeitet dort, wo die Partikel entstehen
Der PlasmaMade AirCleaner ist für Räume von 20 bis 150 Quadratmetern ausgelegt. Er steht auf Rollen und braucht nichts weiter als eine Steckdose. Am besten wirkt er mittig im Raum, nah an den Trainingsflächen und nicht an der Wand. Die Luft durchläuft vier Stufen. Ein HEPA-Filter bindet feinste Partikel, ein Plasmaelement bricht Fremdstoffe und Gerüche auf, ein elektrostatischer Filter baut das Gebundene ab und reinigt dabei die umliegenden Filter mit. Eine Schicht aus Ceramic-Schaum nimmt zum Schluss die Restbestandteile auf.
Statt seitlich zu blasen, erzeugt das Gerät einen nach unten gerichteten Luftstrom. Er führt schwebende Partikel nach unten, saugt sie in Bodennähe an und gibt die gereinigte Luft oben gleichmäßig zurück. Dabei entfernt der AirCleaner in einem Durchlauf rund 98 Prozent der Aerosole. Die übrigen Werte sind schnell erzählt: 200 bis 400 Kubikmeter Luft pro Stunde, höchstens 39 Dezibel, 125 Watt Leistungsaufnahme. Der HEPA-Filter wird einmal jährlich gewechselt, der Plasma-Hauptfilter hält bis zu fünf Jahre. Beide lassen sich ohne Servicetechniker tauschen. Findet im Raum kein Training statt, sollte das Gerät nicht länger als drei Stunden am Stück laufen.
Für Ihren Betrieb bedeutet das: kein Eingriff in die Gebäudetechnik, keine Genehmigung, keine Bauzeit. Sie können mit dem Raum anfangen, in dem am intensivsten trainiert wird, und später erweitern. Weil die Raumluft umgewälzt wird, bleibt die Wärme im Raum, und es entsteht weder Zugluft noch störender Lärm im Kurs. Die Luft ist die einzige Ausstattung im Studio, die jeder Gast benutzt und niemand auswählt. Besser wird sie nicht durch einen Umbau, sondern durch eine Entscheidung für den Raum, in dem die Belastung am höchsten ist.
Quelle der zitierten Forschungsergebnisse: Blocken, B., van Druenen, T., Ricci, A. et al. (2021), Technische Universität Eindhoven. Building and Environment, Vol. 193, Artikel 107659. DOI: 10.1016/j.buildenv.2021.107659
Bilder: Textnetz, generiert mit KI.